Amazonas Reisebericht

Durch die grüne Hölle

222 Kilometer durch den brasilianischen Dschungel

Manchmal, wenn ich stehen bleibe und Luft hole, wenn der Atem wieder etwas ruhiger wird, dann erschlägt es mich fast. Der ganze Wald scheint Laute von sich zu geben. Es sirrt und summt, es raschelt und knackst, es brummt und zischt, es knarzt und gluckst, ohne dass ich erkennen kann, wer oder was für diese Geräuschkulisse verantwortlich ist. Und alles scheint immer lauter zu werden. Eindringlicher. Dichter. Als rücke der Regenwald um einen herum mit jeder Sekunde näher heran. Immer mehr Details nehme ich wahr: Wie es überall von den Blättern tropft. Wie die Pflanzen versuchen, über den Weg zu wuchern. Wie die Spinnennetze vor Wassertropfen glitzern. Ich gehe ein paar Schritte weiter und muss dann wieder stehen bleiben. Hier komme ich nicht weiter voran. Nichts als dunkelgrüner Dschungel. Grüne Wände aus gewaltigen Bäumen. Mein T-Shirt und meine Laufhose sind komplett durchnässt und kleben an meinem Körper. Kein Wunder, bei fast hundert Prozent Luftfeuchtigkeit und vierzig Grad Außentemperatur. Die äußeren Bedingungen sind extrem und die Umwelt unerbittlich. Ich befinde mich beim Jungle Marathon, der als der gefährlichste Abenteuerlauf der Welt gilt. 222 Kilometer in sechs Etappen gilt es bei diesem Rennen zu bewältigen.

Der Jungle Marathon findet am Amazonas in der Floresta Nacional de Tapajós statt, im brasilianischen Bundesstaat Pará. Es ist ein Rennen, bei dem den Läufern neben der sengenden Hitze und hohen Luftfeuchtigkeit sämtliche Gefahren des Dschungels begegnen können: Schlangen, Skorpione, Jaguare, fleischfressende Pflanzen und Sümpfe. Ein Überlebenskampf unter dem Laubdach des Regenwaldes.

Das 222 Kilometer Rennen unterteilt sich in verschiedene Etappen von unterschiedlicher Länge – vom intensiven ersten Tag über 17 Kilometer, bis zur langen Nachtetappe über 83 Kilometer. Die Läufer müssen bei diesem Rennen mit folgenden Dingen rechnen: dem Durchqueren diverser Wasserläufe mit allen denkbaren Formen von Dschungeltieren (Krokodile, Piranhas und Aale), rutschigen, engen, kurvigen Pfaden und Nächten in der Hängematte, umgeben von den unheimlichen Geräuschen der pechschwarzen Nacht. Das Know-how und die Erfahrung der zahlreichen Helfer (zwei pro Wettkämpfer!) garantieren, dass Sicherheit und Wohlbefinden der Teilnehmer während der Veranstaltung genauestens überwacht werden. Das sind die Worte von Shirley Thompson, der Rennleiterin vom Jungle Marathon, die ich Monate vor meiner Teilnahme bei diesem Lauf gelesen habe. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt keinen blassen Schimmer, was mich dort im Dschungel alles erwarten wird.

Mittendrin in einem riesigen Gewächshaus

Fünf Kilometer in sage und schreibe 2 Stunden und 10 Minuten habe ich bisher auf der zweiten Etappe zurückgelegt. Jeder Spaziergänger ist schneller. Immer wieder muss ich über imposante Baumstämme steigen, die im Wege liegen. Dann tauchen plötzlich tückische Erdlöcher auf, die von Blättern verdeckt werden und eine hohe Verletzungsgefahr darstellen. Höchste Vorsicht ist hier geboten. Bloß nicht umknicken! Die Strecke ist extrem anspruchsvoll. Die insgesamt 75 Teilnehmer sind schon zu Beginn des Rennens richtig gefordert. Ein Sich-Zurückhalten und Kräfteschonen ist hier unter dem Dach des Regenwalds nicht möglich.

Alle fünfzehn Minuten bleibe ich für einen kurzen Augenblick stehen, damit mein Körper nicht überhitzt. Mein Puls rast und ich schnappe nach Luft, atme tief durch die Nase ein und ganz lange durch den Mund aus, damit meine Pulsfrequenz langsam wieder sinkt. Aus jeder Pore meines Körpers tritt Schweiß. Selbst wenn ich einfach nur da stehe und nichts tue, tropfen die Schweißperlen weiter von meinem Körper auf den Boden. Ich fühle mich wie in einem riesigen Gewächshaus. Auuh, was ist das denn bitte? Vor meinen Füßen hat sich eine Ameisenstraße gebildet. Und was für eine. Ameisen, so groß wie mein Daumen, die über den feuchten Dschungelboden huschen. In diesem Moment kommt mir der abschließende Appell vom Dschungel-Überlebenstraining, das wir vor Beginn des Rennens hatten, wieder in den Sinn: „So wenig wie möglich berühren und alles, was sich bewegt, aus dem Weg gehen.“ Selbst Ameisenbisse können in dieser Region sehr schmerzhafte Folgen haben. Von den anderen gefährlichen Tieren wie Jaguare, Spinnen, Skorpione, Schlangen, Dschungelwildscheine, Piranhas und Stachelrochen ganz zu schweigen. „Nichts wie weiter“, sage ich mir und gehe wieder in ein langsames Lauftempo über. Immer wieder bleibe ich an herunterhängenden Lianen kleben und Dornenzweige reißen an meiner Kleidung. Der Dschungel ist nichts für zarte Haut. Nackte Haut wirkt hier wie ein Magnet auf die unzähligen, hungrigen Insekten. Ich muss höllisch aufpassen, denn Schürfwunden und Hautinfektionen können schwerwiegende Folgen in diesem Terrain haben. Das Ausscheiden aus Gesundheitsgründen, wie beispielsweise Hautinfektionen, ist bei diesem Rennen alarmierend hoch. Deshalb tragen die meisten Läufer, trotz der Hitze, ein Langarmshirt und eine lange Hose.

Von Schlangen und anderen Gefahren

Vor mir taucht schon das nächste Hindernis auf: ein Sumpf, den es zu durchqueren gilt. Auch davor wurde beim Überlebenstraining gewarnt, da Schlangen und vor allem Stachelrochen Bewohner dieser trüben und seichten Gewässer sind. Bilder von Abenteuerfilmen schießen mir in den Kopf. Bilder von riesigen, angst einflößenden Anakondas, die an die Wasseroberfläche kommen, angreifen und ihre Opfer grausam erwürgen. „Stopp“, sagt meine innere Stimme. „Ich bin nicht der erste Läufer, der durch diesen Sumpf marschiert, und die anderen leben auch noch. Also Augen zu und durch.“ Doch die Herausforderung beim Durchschreiten dieser Sumpflöcher, von denen es auf jeder Etappe gleich mehrere gibt, ist, dass man häufig nicht erkennen kann, wie tief diese sind. Ganz langsam gehe ich, Schritt für Schritt, durch das trübe Wasser. Ich merke, dass irgendetwas oder irgendjemand meine Wade berührt. Ich denke nicht weiter drüber nach, sondern will einfach nur heil aus diesem Sumpfloch wieder heraus kommen. Plötzlich sinke ich mit dem linken Bein ein – immer tiefer und tiefer! Ich halte die Luft an wie bei einer Achterbahnfahrt abwärts. Ich versuche die Balance zu halten und kann mich gerade noch an einem herunterhängenden Ast festhalten, sonst hätte es mich von Kopf bis Fuß in das Sumpfloch gehauen. Behutsam ziehe ich mich am Ast wieder in meine Ausgangsposition, atme einmal tief durch und gehe weiter. Ich bin heilfroh, als ich wieder festen Boden unter meinen Füßen habe.

Stolpern, Klettern und Schwimmen sind angesagt

Das Fortbewegen beim Jungle Marathon hat stellenweise nichts mehr mit Laufen zu tun: Stolpern, Klettern, Schliddern und Schwimmen sind angesagt. Vergiss jegliche Zeitvorgaben bei diesem Rennen, denn hier bekommt der Faktor Zeit eine ganz neue Dimension. Für einen Kilometer musst du schon einmal mit zwanzig Minuten und mehr rechnen. Auch, weil du deine gesamte Ausrüstung bei dir trägst, inklusive Wechselkleidung, Hängematte und Essensvorräte für sieben Tage. Es gibt eine Pflichtausrüstung, die vor dem Rennen genauestens kontrolliert wird. Gegenstände wie Stirnlampe, Trillerpfeife, Kompass, Schmerztabletten oder Antimalaria Tabletten muss jeder Läufer mit sich führen. Was die Energiezufuhr anbelangt, bin ich in dieser Woche komplett auf mich alleine gestellt. Nur Wasser bekommen wir vom Veranstalter bereitgestellt. Das bedeutet insgesamt zwölf Kilogramm Gewicht liegen auf meinen Schultern, was das Laufen enorm erschwert. Jeder zurückgelegte Meter kostet die doppelte Energie, besonders in dieser erbarmungslosen Umgebung.

Trink oder stirb

Vor mir kann ich den nächsten Checkpoint ausmachen, von dem es auf der heutigen Etappe drei Stück gibt. Meine Trinkblase, die immerhin für drei Liter Flüssigkeit Platz bietet, freut sich wieder aufgefüllt zu werden. Ich löse eine Salztablette auf, die bei diesem Lauf zur Pflichtausrüstung gehört. Wie selbstverständlich habe ich im Nu einen halben Liter vom Elektrolytgetränk getrunken. Auch heute werde ich wieder bis zu zwölf Liter Flüssigkeit in mich aufnehmen. „Drink or die“, hat es ein Arzt beim letzten Briefing passend auf den Punkt gebracht. An jedem Verpflegungspunkt müssen wir eine obligatorische Pause von fünfzehn Minuten einlegen. Wegen dieser brutalen äußeren Bedingungen. Seit sechs Wochen hat es hier nicht mehr geregnet – und das im Regenwald. Die Temperaturen sind dadurch noch einmal um ein paar Grad höher als normalerweise in dieser Jahreszeit. In meiner Vorstellung sehe ich mich in einem großen Schwimmbecken mit eiskaltem Wasser und einer kühlen Cola liegen. Das tut gut. Doch die Realität sieht ganz anders aus: heiß, heißer, Dschungel. Ich esse noch einen Energieriegel und dann geht es weiter – sehr steil bergauf. Die Anstiege, von denen es beim Jungle Marathon einige gibt, erinnern mich von der Schwierigkeit her an die am Mont Blanc oder auf La Réunion. Ich muss mich immer wieder an Ästen und Bäumen abstützen, um voranzukommen. Wie gut, dass ich meine Radhandschuhe angezogen habe, die etwas Schutz vor den unzähligen Dornen, Stacheln und scharfkantigen Blättern bieten. Der Untergrund ist schlammig, lehmig und ein Labyrinth aus Baumwurzeln, Zweigen und Gestrüpp stellen unangenehme Hindernisse dar. Immer wieder rutsche ich aus oder stolpere über eine Wurzel. Wohin ich auch schaue: grün, grün und nochmals grün. Die „grüne Wand“ ist so dicht, dass man keine fünfzig Meter weit sehen kann. Meine Augen, Nase und Ohren erleben hier einen Frontalangriff. Angenehmes Vogelgezwitscher, schrille Schreie und unheimliche Laute – die endlose Geräuschkulisse der Dschungelbewohner wirkt einerseits faszinierend auf mich, auf der anderen Seite wird man fast verrückt. „Im Dschungel sind schon einige Leute durchgedreht“ steht auf der Webseite des Veranstalters. Immer wieder nehme ich auch links und rechts des Pfades ein Rascheln wahr. Neugierig drehe ich meinen Kopf Richtung Geräusch, in der Hoffnung ein seltenes Tier erblicken zu können. „Einen Jaguar nimmst du zuerst durch die Nase wahr, bevor du ihn siehst“ kommt mir die Botschaft vom Dschungelüberlebenstraining in den Sinn.

Acht Stunden für 23 Kilometer

Die Orientierung hier im Dschungel ist nicht immer so einfach. Dem richtigen Weg zu folgen beziehungsweise zu finden, stellt eine große Herausforderung dar. Eine Streckenmarkierung in Form von Bändern ist zwar vorhanden, doch diese ist, bei all den Reizen im Urwald, nicht immer so leicht wahrzunehmen. Bin ich überhaupt noch auf dem richtigen Weg? Ich habe schon länger keine Markierung mehr gesehen. Ein Verlaufen im Dschungel könnte fatale Folgen haben. Das ist bisher erst einem Läufer bei diesem Rennen passiert, der einem falschen Pfad gefolgt war und erst Stunden später in der Nacht unter Schock vom Suchtrupp gerettet werden konnte. Glücklicherweise erblicke ich ein gelbes Band ein paar Meter vor mir. Dann endlich, nach acht Stunden, habe ich es geschafft und das Ziel der zweiten Etappe erreicht. Ich habe noch nie acht Stunden für eine Strecke von 23 Kilometern benötigt. Umgehend suche ich mir einen Platz für meine Hängematte. Während des gesamten Rennens wird in provisorisch eingerichteten Zeltlagern am Tapajos-Fluss geschlafen. Meine winzige Hängematte stellt während des Rennens mein Zuhause dar. Meine Kleidung ist völlig durchnässt und von oben bis unten voller Schlamm, Morast und Dreck. Auch meine Füße sind aufgeweicht und wie durch ein Wunder blasenfrei geblieben. Winzige Sandkörner reiben an meiner Haut. Mein Kopf fühlt sich schwer wie ein Betonklotz an. Die lange Etappe und vor allem die erbarmungslose Hitze machen mir und auch den anderen Läufern zu schaffen. Ich sehne mich nach einer warmen Dusche, einem ruhigen und kühlen Zimmer und einem komfortablen, sauberen Bett. Das ist nur mein Wunschdenken, denn hier im Dschungel existiert kein Komfort. Keinerlei Luxus. Ich bin froh, wenn ich in meiner Hängematte sitzen und mein Fertignahrung aus der Tüte essen darf: Erbseneintopf mit Speck, Chili con carne, serbischen Linseneintopf, Hühnerrisotto mit Gemüse, Fischtopf Rügen, Kartoffelpüree oder Kartoffel-Bohneneintopf mit Rind. Für jeden Tag ein anderes Menü. Das Wichtigste dabei: Alle Gerichte wiegen nur 125 Gramm und machen satt. Heute gibt es zum Hauptgang den Linseneintopf und zum Dessert ein paar Macadamia Nüsse. Das stellt für mich Luxus in diesen Tagen dar. Die Qualität und Quantität deines Essens und Trinkens ist essenziell bei diesem Rennen. Gut 3.000 Kalorien nehme ich pro Tag zu mir.

Der Dschungel schläft nie

Auch hier im Lager ist weiterhin Konzentration und Aufmerksamkeit angesagt, denn der Dschungel schläft bekanntlich nie. Ein unachtsamer Augenblick kann ins Unglück führen. Einfach auf dem Boden zu sitzen, zu entspannen oder seine Sachen unbeobachtet liegen zu lassen, kann hier fatale Folgen haben. Im gestrigen Camp durften wir Bekanntschaft mit einer großen, beharrten Vogelspinne machen. Unzählige Insekten und vor allem Ameisen belagern jeden Abend unsere Hängematten und Rucksäcke. Deshalb ist es ratsam, beim Aufstehen unter seiner Hängematte nach solchen Tieren Ausschau zu halten. Wenn die Sonne untergeht, treiben Moskitos ihr Unwesen. Während des Jungle Marathon juckt es permanent auf meiner Haut und der Sand scheint an jeder Stelle meines Körpers zu sein.

Die Vernunft siegt über die Willenskraft

Plötzlich fängt sich alles um mich herum an zu drehen. Mir wird auf einmal schlecht und schwindelig. Umgehend begebe ich mich zum Ärzteteam. Dort angekommen, breche ich zusammen. Mein Körper ist einfach der Hitze, der Erkältung und dem sehr anspruchsvollen Streckenprofil nicht mehr gewachsen gewesen.

Ab diesem Punkt habe ich einen totalen Filmriss. Ich nehme nur ab und an ganz schwach einzelne Stimmen wahr, die sehr besorgt klingen. Infusionen folgen. Eine, dann noch eine und wieder eine. Vor Nadeln, Infusionen und ähnlichen Dingen habe ich eine riesengroße Aversion. Und jetzt begleitet mich solch ein Teil an meiner linken Hand. Zitternd liege ich am Boden, unfähig mich aufzurichten, geschweige denn aufzustehen. Nach einer Weile kommt Brett, der Rennarzt, zu mir und stellt mir Fragen wie „Welchen Tag haben wir heute? Wo bist du gerade? Wie heißt du?“ Mir ist in diesen Momenten überhaupt nicht bewusst, wo ich mich befinde. Alles ist dunkel um mich herum. Ich stammle irgendwelche wirren Dinge vor mich hin und bin nicht in der Lage, einen korrekten Satz von mir zu geben, geschweige denn die Fragen richtig zu beantworten. Mir ist einfach nur kalt, dabei hat es selbst um 21 Uhr noch dreißig Grad. In meinem Kopf treibt eine gewaltige Achterbahn ihr Unwesen.

Erst Stunden später schaffe ich es, wieder auf beiden Beinen stehen zu können und im Zeitlupentempo Richtung Hängematte zu marschieren. Ich habe mich selten zuvor in meinem Leben so mies gefühlt. Das Schlimmste für mich ist dabei die Tatsache, dass ich mich und meinen Körper nicht mehr kontrollieren konnte. Von einem Moment auf den nächsten bin ich k.o. gegangen. Das macht mir Angst. Was soll ich jetzt tun? Meine Uhr zeigt mittlerweile kurz nach Mitternacht an. In vier Stunden heißt es wieder aufstehen. Die dritte Etappe steht auf dem Programm. 35 Kilometer, fast so viel wie Etappe eins und zwei zusammen, geht es wieder durch dichten Dschungel. Soll ich den Lauf mit aller Gewalt, mit aller Willenskraft finishen? Mit dem Risiko, dass ich vielleicht mitten im Dschungel zusammen breche? Oder soll ich dieses Mal meine Vernunft über den Willen stellen und das Rennen abbrechen? Ich höre in meinen Körper hinein und entscheide mich intuitiv für einen Abbruch. Ehrlich gesagt, gibt es für mich in diesem Moment auch keine wirkliche Alternative. Für mich steht, nach kurzer Überlegung, umgehend die Entscheidung fest: Ich breche das Rennen hier ab! Diese Entscheidung ist für mich im ersten Moment natürlich sehr schmerzhaft und richtig bitter. Denn über Monate habe ich mich auf dieses Rennen vorbereitet, habe sehr viel Zeit, Energie und auch Geld in das Projekt Jungle Marathon investiert. Und nach nur zwei Etappen, nach ganzen 39 Kilometern ist das Rennen für mich vorüber. Aus und vorbei! Das ist hart. Wie ein Haufen Elend sitze ich auf dem schlammigen Boden im Lager und starre ins Leere. Eine eigenartige Ruhe umgibt mich. Für den wolkenfreien Himmel mit seinen funkelnden Sternen habe ich überhaupt keine Augen. Ich bin einfach nur leer, unfähig einen klaren Gedanken zu fassen. Dann schaffe ich es, in meine Hängematte zu steigen und ein wenig zu schlafen.